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Recht / Zivilrecht 
Mittwoch, 29.09.2021

Erben müssen im Testament genau bezeichnet sein

Jeder kann durch ein eigenhändig geschriebenes und unterschriebenes Testament seine Erben frei bestimmen. Damit das Testament wirksam ist, müssen die Erben aber konkret im Testament benannt werden. Ein Verweis auf eine Anlage zum Testament, in der die Erben benannt sind, genügt nicht. So entschied das Oberlandesgericht Frankfurt (Az. 20 W 79/19).

Ehegatten errichteten ein Testament, in dem sie sich gegenseitig zu Alleinerben einsetzten. Nach ihrer beider Tod sollte das Erbe an fünf befreundete Familien gehen. Deren Namen und Anschrift waren dem Testament in einem PC-Ausdruck angehängt. Nach dem Tod beider Ehegatten beantragten die im Ausdruck benannten Erben einen Erbschein, der sie als Erben ausweist.

Das Gericht stellte den Erbschein nicht aus. Der Wille des Verstorbenen müsse im Testament zum Ausdruck kommen. Hierzu müssten die zu Erben eingesetzten Personen allein aus dem Wortlaut des Dokuments zweifelsfrei zu ermitteln sein. Der Verweis auf einen PC-Ausdruck reiche nicht. Zwar gebe das Testament einen Anhaltspunkt, wer erben solle. Für Außenstehende sei dem Dokument aber nicht zu entnehmen, um welche Personen es sich genau handelte.

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